WaveUp Projekt

WaveUp Projekt Vorstellung, 03.08. in der Soerf Bar in ZH
WaveUp Projekt Vorstellung, 03.08. in der Soerf Bar in ZH

Zusammenfassung des Interviews mit Patrick Brotzer und diverser Vorträge anlässlich der Vorstellung des WaveUp Projektes am 3. August 2017 in der SoerfBar in Zürich. Patrick Brotzer ist Präsident und der Gründer des WaveUp Projektes.

 

Geschichte des Projekts

 

Es fing alles vor rund fünf Jahren an, als eine Gruppe Interessierter die Vision hatte, einen Surfpark, auch Wavegarden genannt, in der Schweiz zu bauen. Sie waren nicht die Einzigen, viele hatten die Idee einen solchen Park zu erbauen. Patrick nahm einfach einmal das Telefon in die Hand und telefonierte nach Spanien, um zu fragen, was gemacht werden muss, um einen solchen Park zu realisieren. So fing das Ganze an.

Durch Zufälle kamen dann Menschen zusammen, welche alle das Gleiche tun wollten. Sie wussten, dass es viele Menschen toll finden würden, einen solchen Park zu haben und sie selber auch. Dies reicht jedoch nicht aus, um in der Schweiz zu „überleben.“  Aus diesem Grund wurde der Verein „WaveUp“ ins Leben gerufen. Dieser existiert jetzt seit drei Jahren und er gibt der Community ein Gesicht und dient der Förderung des Sports.

Bevor Sie mit der effektiven Projektarbeit starteten, arbeiteten sie eng mit der Swiss Surf Association (SSA) zusammen, um so der Schweizer Surf Community ein wenig mehr frischen Wind zu verleihen. Ein weiterer Schritt, war die Gründung des WaveUp Magazins, welches nun seit drei Jahren herausgegeben wird. Dies war auch ein politisches Instrument, mit welchem Sie den Politikern im Kantons- und Regierungsrat zeigen wollten, dass es ein Bedürfnis für einen solchen Wellenpark gibt und ja, es gibt Leute, die sich für das Surfen in der Schweiz interessieren. Sie machten das Magazin kostenpflichtig und was ganz wichtig war, sie wollten nur über die Schweizer Surfszene berichten, sodass jeder Inhalt einen Bezug zur Schweiz hat. 

Der Park

 

Es wird einen grossen See geben, auf welchem ein elektrischer Generator Wellen produziert, die die Wellen im Meer nachbilden sollten. Die Wellen kommen von hinten und bilden zum Teil sogar Barrels oder auch Tubes genannt (Welle bildet eine Röhre, in der gesurft werden kann). Die Anlage wird von Fortgeschrittenen und von Anfängern benützt werden können. Eine Altersgrenze wird es nicht geben, Kinder und Erwachsene werden surfen können. 

Eine Idee für eine Surf-Oase
Eine Idee für eine Surf-Oase

Standort Regensdorf

 

Warum Regensdorf? Vor zwei Jahren fing WaveUp an, rund 26 verschiedene und mögliche Standorte für einen Surfpark in der Schweiz zu evaluieren. Alle Standorte wurden rekognosziert und die Vor- und Nachteile aufgelistet. Die Auswahl wurde immer mehr eingegrenzt, bis es nur noch drei Standorte gab.

Die letzten drei Standorte mussten eine eingehende Prüfung über sich ergehen lassen. Regensdorf erfüllte sämtliche Kriterien. Regensdorf befindet sich in der Nähe des Flughafens, ist sehr gut an den Öffentlichen Verkehr angeschlossen und es ist eine Gemeinde, welche vor einem grossen Umbruch steht.

Die Gemeinde hat ein grosses Bevölkerungswachstum, welches neue kulturelle und sportliche Projekte begünstigt. Als das WaveUp-Projekt sich immer mehr konkretisierte, stellten die Involvierten sehr rasch fest, dass es betriebswirtschaftlich schwierig werden würde. Auch stellten sich grosse politische Widerstände ein, denn so einfach einen See ausbaggern, war kein leichtes Unterfangen. Die Planung wurde vertieft und da es in Regensdorf schon einige Sportanlagen, wie Fussballplätze, Leichtathletikanlagen und eine Dreifachturnhalle gibt, kann man die Surfanlage in eine bereits existierende Sportinfrastruktur einbinden. Dies hat den Vorteil, dass die Anwohner den Sportbetrieb mit seinen Nebeneffekten schon kennen und dulden.

Blick auf Regensdorf, wo die Surf-Oase von WaveUp entstehen soll
Blick auf Regensdorf, wo die Surf-Oase von WaveUp entstehen soll

Das Konzept von WaveUp

 

WaveUp hat sich noch nicht definitiv entschieden, was für eine Anlage oder mit welchem Hersteller sie überhaupt zusammenarbeiten wollen. Es gibt ganz verschiedene Anlagen, solche, die wie ein Halbmond gebaut sind, andere, die ganz lang gezogen sind usw.

Ähnliche Projekte gibt es in Spanien im Baskenland, in Grossbritannien und in den USA in Texas. WaveUp ist mit verschiedenen Herstellern in Kontakt, ein konkreter Vertrag ist jedoch noch nicht vorhanden.

Das Konzept von WaveUp ist auf drei Standbeinen aufgebaut. Einer davon ist der Sport. Nicht nur der Leistungssport an sich, sondern auch die Nachwuchsförderung wird ein Thema sein. Rund 10% der Besucher werden auf einem sehr guten Niveau surfen. Die grosse Mehrheit der Besucher wird aus dem Breitensport-Segment kommen.  Gerade jetzt, wo Surfen olympisch wurde, wird sich der Sport sehr rasch weiterentwickeln und künstliche Wellen werden immer mehr nachgefragt, vor allem in Binnenländern. Die Förderung des Surfsports ist beim WaveUp Projekt ein Kernpunkt.

Kelly Slater, US-amerikanischer Profisurfer und elffacher Weltmeister im Profisurfen der ASP, 

hat seinen eigenen Wavegarden am 18.12.2015 eröffnet

Bildung

 

WaveUp will zum einen mittels Nachwuchsförderung «Sportbildung» erreichen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der „Grüne Ansatz“. Der Surfpark soll in einem Naturpark mit sehr vielen, grünen Flächen und einem grossen See entstehen. Auf ökologische Aspekte wird grossen Wert gelegt. Alle diese Punkte sollen in die Bildung integriert werden.

Zudem ist ein Seekindergarten geplant, der wie ein klassischer Waldkindergarten betrieben werden soll. Alle diese Bildungsaspekte werden in den Kontext zu Wasser gestellt. Der See selbst soll den Surfern dienen, aber auch allen Menschen aus der Region zur Verfügung stehen.

Die Vision von WaveUp ist, dass an Wochenenden viele Familien mit Kindern den Park besuchen, durch den Wald gehen und die Natur geniessen können, ohne, dass sie direkt Surfen. Es soll ein Park, ein Naherholungsgebiet für jedermann sein, ohne dass direkt dafür bezahlt werden muss.

Natürlich wird auch in die Natur eingegriffen. Es ist und bleibt ein Bauprojekt, d.h. es wird Material ausgehoben, es wird gebaut und die Landschaft wird verändert. Der Eingriff soll jedoch möglichst sanft sein und es soll auch wieder viel «neue» Natur zurückgebracht werden.

Dieses Projekt wurde den Verantwortlichen der Stadt Regensdorf präsentiert. Sie hatten das grosse Glück, dass dort ein neun köpfiger Gemeinderat existiert, welcher Feuer und Flamme für dieses Projekt war. Der Gemeinderat bot sofort seine Hilfe an und dieser ist, wie WaveUp selbst, aktiv an der Projektrealisation beteiligt. In der Zwischenzeit wurde zwischen der Gemeinde Regensdorf und WaveUP ein Vertrag unterzeichnet, der die Zusammenarbeit regelt.

Glück hatte WaveUp mit dem Projekt in Regensdorf, weil die Gemeinde zu dieser Zeit eine Zonenplanrevision durchführte. Schon damals geisterte die Idee eines Wellenparks herum, nur hatte die Gemeinde keine konkreten Projekte. Da kam WaveUp und konnte ihnen ein spruchreifes Projekt unterbreiten. Die Umzonung muss allerdings noch von der Bevölkerung der Gemeinde Regensdorf bewilligt werden, nicht aber das WaveUp-Projekt, da dieses privat finanziert ist.

WaveUp hat den Durchbruch bald geschafft. In Regensdorf haben sie politischen Rückhalt, einen idealen Standort und Menschen gefunden, die gleich denken wie sie. Endlich durften sie öffentlich über das Projekt kommunizieren, denn es ist ihnen nicht leicht gefallen, während fünf Jahren nichts zu sagen. WaveUp kam auch an den Punkt, wo es nicht mehr möglich war alles mit Freiwilligenarbeit abzudecken. WaveUp benötigte finanzielle Mittel, um das Projekt professionell weiter zu entwickeln. Die Planung erforderte Experten, die natürlich nicht umsonst arbeiteten. Es wurde eine Crowdfunding Plattform gegründet, die einen Schweizer Rekord aufstellte. Innert 50 Tagen konnten rund CHF 110’000 gesammelt werden. Erstaunlich war, dass pro Unterstützer CHF 200 gespendet wurden, überdurchschnittlich für Schweizer Verhältnisse. Nicht ein einzelner Investor, sondern die gesamte Bevölkerung unterstützt das Projekt. Dies gab ihnen Sicherheit für die nächsten Schritte. Diese Geldmittel erlauben es WaveUp, das Projekt auf eine neue, professionelle Ebene zu bringen und wenn alles planmässig läuft, kann der Surfpark 2020 eröffnet werden.

Anschliessend an den Vortrag von Patrick Brotzer von WaveUp, konnte ich ihm mein eigenes Projekt der Website «surfeninderschweiz.ch» präsentieren. Er hat mir einige Tipps gegeben, war sehr offen und sehr erfreut über mein eigenes Projekt.

Dieser Vortrag hat mir sehr viele neue Türen geöffnet, ich habe viele neue Leute kennengelernt und konnte sehr viel an diesem Abend für meine eigene Arbeit profitieren.

Hier ein kleines Video von Gravity King Production über WaveUp