CityWave

Citywave Zürich
Citywave Zürich

Geschichte der Citywave

 

Die Idee einer Citywave führt in die 80er Jahre zurück, als die Erfinder Dipl. Ing. Rainer Klimaschewski und seine Frau Dipl. Ing Susi Klimaschweski viele Ideen für Actionsportmodule hatten. Zuerst gab es mobile Wasserschanzen, worauf Ski-Freestyle-Könner auch im Sommer ihre Sprünge üben konnten. Somit wurde der Actionsport in die Städte gebracht.

Als nächstes erfanden die Klimaschewski`s eine bewegliche, endlose Skipiste, auf der man auf der Stelle Skifahren konnte. Es folgten viele Events mit Schnee im Sommer, etc. 1965 hat der Urvater des deutschen Flusssurfens, Arthur Pauli [1], die weltberühmte Eisbachwelle in München für sich entdeckt. Er zeigte den beiden Klimaschewskis die Eisbachwelle und somit war die Idee einer mobilen Wellenreitanlage vollbracht. Sie erfanden die sog. Trockenwelle [2], eine Welle, die aus langen, biegbaren Bürsten besteht und mit einem speziellen Belag überzogen ist. Es sollte einem das Gefühl vermitteln, dass man über das Wasser surft. So war es möglich, jegliche Tricks zu üben, ohne sich in das kalte Nass stürzen zu müssen. Das richtige, nasse Surfgefühl kam mit dieser Trockenwelle jedoch nicht auf, also wurde die Citywave gebaut, welche mit einem «Deepwater System» funktioniert. Dieses hat wie folgt „The Wave Factory“ in einer Medienmitteilung vom Juni 2017 zusammengefasst:

 

„Die Citywave ist eine Welle komplett aus Wasser und produziert die Surfwelle mit Druck anstelle von Wassergeschwindigkeit. So ist ein wesentlich kontrollierteres und sichereres Surfen möglich. Die Welle wurde nach dem Vorbild der Münchner Eisbachwelle entworfen und kann dank des patentierten Systems per Knopfdruck individuell eingestellt werden; ganz auf die jeweiligen Bedürfnisse der Fahrer zugeschnitten.

Die Welle garantiert dank des patentierten «Deepwater Systems» ein authentisches Surffeeling und es kann mit echten Surfboards mit Finnen gesurft werden. Das schafft ideale Bedingungen wie beim Surfen im Fluss oder Meer. Neben dem Surfen bietet die Citywave ein breites Spektrum an anderen Wassersportarten wie SUP, Kajak, Bodysurfen, Boogie Boarden und Long Boarden. 

Im Vergleich zu anderen Wellenreitanlagen oder Surfparks wird die temporäre Citywave-Anlage einmalig zu Beginn mit Wasser befüllt. Dank schonender Reinigung mit Aktivsauerstoff und einer Sandfilter-Anlage, wird die Wasserqualität trotz geschlossenem Wasserkreislauf jederzeit gewährleistet.“  [3]

Bild einer trockenen Welle in Deutschland
Bild einer trockenen Welle in Deutschland

Material

 

Es wird meistens auf einem Softech 5'7" Flash Performance Softboard gesurft, da es aufgrund der Kürze und der soften Boardoberfläche leicht zu handhaben ist. Des Weiteren kann ein Neoprenanzug angezogen werden, da einem durch diesen ein grösserer Schutz vor Verletzungen gewährt wird.

Technik

 

Um auf einer Citywave surfen zu können, muss der Surfende zwei kleine Sicherheitsvorschriften beachten. Erstens, wenn einem der Halt auf dem Surfboard nicht mehr gewährleistet ist und der Surfer ins Wasser stürzt, darf kein Kopfsprung ausgeübt werden, da sonst der Surfer den Kopf anschlagen könnte. Und zweitens, muss der Surfer bei einem Wipeout (Sturz) die Hände über Kopf machen, damit der Kopf geschützt ist, vor allfälligen Zusammenstössen mit dem Board.

Und nun zu der eigentlichen Technik, wie auf einer Citywave gesurft wird.

Die Leash (Leine) wird um den Knöchel gebunden. Vorher muss einem bewusst sein, mit welchem Fuss man vorne steht, also Links- oder Rechtsvorne. Ich bin rechtsvorne, das heisst, ich musste von mir aus gesehen, auf der rechten Beckenseite warten. Anschliessend fordert einen der Lehrer auf, auf den Beckenrand zu sitzen und die Füsse korrekt auf das im Wasser liegende Board zu stellen. Dort befindet sich das Board noch auf dem höchsten Punkt der Welle. Anschliessend hält einen der Lehrer an den Schultern fest und man richtet sich langsam auf, sodass man aufstehen kann und nicht direkt umfliegt, da die Welle ja noch direkt unter einem ist. Der Lehrer hält den Surfenden so lange fest, bis das Board die Stelle erreicht, wo das Wasser nicht so wild ist. Sobald der Surfer das Gleichgewicht gefunden hat, lässt einen der Lehrer langsam an den Schultern los und der Surfer kann auf der Citywave die ersten Sekunden lang surfen, bis einen die Wucht der Welle ab dem Board reisst und der Surfer nach hinten in das gepolsterte Auffangbecken gespült wird. Und schon ist der nächste Kandidat an der Reihe. 

Orte

 

Im Moment gibt es schweizweit nur eine mobile Wellenreitanlage. [5]

Diese steht im Moment in Zürich im «Frau Gerolds-Garten». „The Wave Factory“ ist dieses Jahr vom 10.6. 2017 bis 24.9.2017 in Betrieb. Eine weitere stehende Welle, ist in Luzern geplant. Diese wird dann das ganze Jahr über in Betrieb sein.

Die Citywave in Zürich, auf dem Gerold Areal
Die Citywave in Zürich, auf dem Gerold Areal

Meine persönlichen Erfahrungen

 

Am 3.8. war es soweit. Ich habe musste mich einige Tage vorher per Internet für eine 45minütige Surfsession auf der Citywave in Zürich anmelden. Es packte mich schon am Morgen die Vorfreude, endlich einmal wieder Surfen zu können und dazu noch in der Schweiz. Also packte ich meinen Neoprenanzug („Neo“), ein Badetuch und viel Sonnencrème (es war ein heisser Tag) ins Auto und mein Freund und ich fuhren los Richtung Zürich. Von 14.00 bis 14.45 Uhr war meine Session. Ich zog mir meinen 3,2 mm dicken Neo über, was bei dieser Hitze kein leichtes Unterfangen war. Anschliessend stand ich mit all den anderen Teilnehmern an den Beckenrand und ein Teamleiter erklärte uns einige wichtige Sachen. Dann gab er uns noch ein Lycra Shirt, was ich jedoch nicht verstand, da ich meines über den Neoprenanzug anziehen musste, dabei sollte ein Lycra Shirt ja ein wenig vor der Sonne schützen, aber ich hatte ja schon einen ganz dicken Neo an. Anschliessend teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Ich musste mich rechts hinstellen, da ich, wie schon erwähnt, mit dem rechten Fuss vorne surfe. Als ich an der Reihe war, war ich schon ein wenig nervös, aber auch neugierig, wie sich das Surfen auf dieser stehenden Welle wohl anfühlt. Der Lehrer half mir und liess mich langsam los. Ich musste mich sehr konzentrieren, dass ich nicht das Gleichgewicht verlor, aber für den Anfang war lief es eigentlich recht gut. Da die Welle einen solchen Druck hat, muss man aufpassen, dass einem die Welle nicht vom Board reisst, weil die Gefahr recht gross ist, dass es einem das Board wegreisst, wenn man auf dem höchsten Punkt der Welle ist. Der Druck und die Kraft der Welle ist dort schlicht zu gross. Also probierte ich, möglichst weit im Wellental zu surfen, da es dort auch von mir aus gesehen einfacher ist zu surfen. Meine erste Runde auf der Welle war nicht so spektakulär. Nach einigen Sekunden wurde ich vom Board gerissen und in das Auffangbecken im hinteren Teil gespült. Nach und nach ging es immer besser, bis ich sogar ein wenig von rechts nach links und wieder zurück surfen konnte. Jedoch auch die erfahrenen Surfer, welche eine extra Session für sich beanspruchen, können irgendwann dem mächtigen Druck der Welle nicht mehr standhalten und fallen vom Board.

Auf jeden Fall war ich stolz, als ich ca. 40 Sekunden lang auf der Welle surfen konnte. Einmal fühlte ich mich sicher und dachte, jetzt könnte ich einen coolen Move für die Kamera machen, also formte ich mit den Händen ein Surferzeichen, ein sogenanntes Shaka und wedelte mit beiden Händen in der Luft, was mir ein wenig zum Verhängnis wurde, da ich anschliessend sofort das Gleichgewicht verlor und in das Wasser stürzte. Die Welle hatte kein Verständnis damit und spülte mich im extra starken Waschgang in das Auffangbecken. Ich tauchte auf, mit Nase und Ohren voll Wasser und einem kleinen Schnitt und Schürfungen an meinem rechten Fuss. Wie man sieht, ist nichts ungefährlich, das hat uns auch der Surfcoach am Anfang gesagt. Er musste einmal ins Spital, um einen Schnitt zu nähen, welcher er sich auf de Citywave zugezogen hat. Aber keine Angst, er surft auch fortgeschritten und auf einem harten Shortboard, was nicht so einfach ist.

Das Wellenreiten auf der Citywave hatte also eindeutig seine Spuren hinterlassen. Ob am Fuss, in den Ohren, der Nase oder als Erinnerung, es war eine tolle Erfahrung, die ich jeder Person empfehle, die noch nie auf einer Citywave gesurft ist. Ob Anfänger, Fortgeschrittener, Jung oder Alt, jeder kann es machen.

Ein sog. "Wipeout" (Sturz), die Hände müssen über den Kopf gehalten werden
Ein sog. "Wipeout" (Sturz), die Hände müssen über den Kopf gehalten werden

Meine Tipps für Anfänger

 

Wenn du auf der Welle surfst, schaue niemals auf deine Füsse oder dein Brett, weil du sonst sofort das Gleichgewicht verlierst. Schaue immer geradeaus und merke dir einen Punkt, am oberen Rand der Welle, dann geht alles gut.  

Falte  bei einem Sturz unbedingt die Hände über den Kopf, damit dich das Board nicht am Kopf trifft.

 

Wenn du einen Neoprenanzug besitzt, würde ich dir raten ihn anzuziehen, da dich dieser vor Verletzungen schützen kann. 

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