Surfen auf dem Asphalt

Meine Freundin Zoe, im Skatepark "Purplepark" Gundeli
Meine Freundin Zoe, im Skatepark "Purplepark" Gundeli

Geschichte des Surfen auf dem Asphalt

 

Skateboards gab es wahrscheinlich schon um 1920. Damals spielten die Kinder mit einfachen Brettern, an welche sie Räder montierten und so herumfuhren. Erst um 1950 kam es mehr und mehr in Kalifornien auf, als die Surfer an einem Tag keine Wellen hatten und sie sich Möglichkeiten überlegten, wie sie auf der Strasse surfen könnten. So entstanden die ersten Surfboards, in den USA und Hawaii.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einem grossen Wirtschaftsaufschwung, von dem auch die Spielzeugindustrie profitierte. Das erste Skateboard wurde von der Firma Roller Derby hergestellt. Diese Firma existiert noch heute. Es entstand eine grosse Nachfrage, da die Boards viel besser gebaut waren. Ausserdem konnten viele neue Tricks und Manöver mit diesen Boards ausgeführt werden. In dieser Zeit wurde auch Larry Stevenson, Chef eines Sportmagazins, auf das neue Spielzeug neugierig. Es wurden auf das Skateboarden spezialisierte Modeunternehmen gegründet, wie Vans, Etnies, Converse und DC Shoes. Vans produziert heute noch den originalen Skateboardschuh, welcher spezielle Schuhsolen hat, die die Manöver einfacher machen.

1963 fand der erste Skatekontest in Hermosa Beach, Kalifornien statt. Damals wurde noch mehrheitlich auf den Strassen und Bürgersteigen geskatet, es gab jedoch auch schon solche, die z.B. in einem leeren Swimmingpool geskatet haben.

Ende der 1960er Jahre stellte Larry Stevenson sein erstes „Kicktail“, ein Skateboarddeck vor. Frank Nasworthy gründete im Jahre 1973 das Unternehmen „Cadillac-Wheels“, welches Rollen aus Urethan herstellte, damit konnte nun viel besser geskatet werden, die Manövrierfähigkeit und das Fahrverhalten wurde gesteigert. 1976 wurde der erste Skatepark in den USA eröffnet, worauf viele weitere folgten. Amerikanische Soldaten brachten das Skateboard mit nach Deutschland. 1976 wurde in München das erste Skateboard-Zentrum eingeweiht, wo auch die erste Halfpipe für das Skaten gebaut wurde. Diese ermöglichte, neue Tricks und Manöver zu fahren.

Alen Gelfand erfand den Trick „Ollie“, welcher eine riesige Entdeckung war. Es wurde vermehrt auf der Strasse geskatet, jedoch gab es um das Jahr 1980 einen grossen Rückgang der Skateszene und neuere Erfindungen, wie das BMX-Fahrrad wurden populär. Die Popularität des Skateboards stieg jedoch wieder. In Deutschland und den USA fanden grosse Events statt und neue Marken und Magazine kamen auf den Markt. Ende der 1980er Jahre gab es ungefähr 2 bis 3 Millionen Skater. Die Skater-Profis verdienten immer mehr und Deutschland wurde die Hochburg des Sports in Europa. Anfang der 1990er Jahre gab es wieder eine kurze Tiefphase, auf welche wieder eine Hochphase folgte. Es wurden immer mehr und mehr Skaterhallen gebaut, Events veranstaltet und Marken gegründet. Einige grosse Stars dieser Zeit waren Tom Hawk und Rodney Mullen. Bei den „Street-League“ Events mit rund 10`000 Zuschauer, skateten nur die Profis der Szene und wurden mit bis zu 200`000 US Dollar Preisgeld belohnt. 

Das erste Skateboard, welches auf den Markt kam, ein Roller Derby
Das erste Skateboard, welches auf den Markt kam, ein Roller Derby

Bei Wettkämpfen in Deutschland ist Street-Skaten die erfolgreichste Disziplin. Die europäische Skateboard-Szene ist eine eigene und unabhängige Szene. Sie besitzt Profi-Skater und ist mit einer nationalen Contest-Reihe vertreten. Die Skater-Szene wird in unserer Gesellschaft sehr wahrscheinlich noch viel mehr wachsen, obwohl es für die meisten nur ein Hobby ist. Dass Skateboarden 2020 in Tokyo olympisch sein wird, ist ein weiterer Meilenstein in der Skateboard Geschichte. (1)

Skater Caryl im Purple Park auf einer Handrail
Skater Caryl im Purple Park auf einer Handrail

Material

 

Es werden grob gesagt drei verschiedene Skateboardmodelle voneinander unterschieden:

 

Streetstyle-Skateboard

Dieses Skateboard ist ca. 80 cm lang und 20 cm breit. Es war anfangs der Urform des Surfboards am ähnlichsten. Mit der Zeit jedoch verschwanden die Aehnlichkeiten. Das Deck ist meistens aus Ahorn-Holz und mittels mehreren Schichten verleimt. Zwei freie, bewegliche Achsen, normalerweise aus Aluminium, Magnesium, Titan oder Chrom hergestellt, befinden sich unter dem Deck. Magnesium ist um fast 25 Prozent leichter als andere Metalle. Diese zwei Achsen sind jeweils mit zwei Rollen versehen, welche aus Polyurethan bestehen. (2)

 

Longboards

Ich persönlich finde, dass das Longboard von den drei Skatboard-Typen einem Surfboard am ähnlichsten ist. Das Longboard kann nur auf der Strasse gefahren werden, da es für den Skatepark zu lang ist. Es wird vor allem für das Downhill-Skaten benützt, da es sehr schnell gefahren werden kann, was ich selbst auch schon erfahren habe. Das grosse Deck ermöglicht einem eine grosse Stabilität auf dem Brett, was beim Downhill-Fahren sehr wichtig ist . Hier gibt es auch verschiedene Grössen der Decks, auch solche die ca. 2 m lang sind. (3)

 

Freestyle-Skateboards

 

Diese Boards sind kleiner als die Streetstyle-Skateboards. Sie wurden vor allem für das Ausführen von schwierigen Tricks in einem kleinen Radius erschaffen. Sie sind nicht für das Befahren von Quaters, Pipes und Ähnlichem geeignet, sondern müssen auf gerader Fläche gefahren werden. (3)

Penny-Boards

 

Als Ben Mackay 5 Jahre alt war, zeigte sein Vater ihm ein kleines Plastikskateboard von Larry Stevenson. Ben skatete Tag und Nacht auf diesem Board. Um das Jahr 2010/2011 hatte er die Idee, diesen Boards ein Comeback zu geben. Er wollte schnelle, leichte, manövrierfähige und reaktionsfähige Boards. Sie sollten schnell gleiten und es sollte Spass machen, diese zu fahren. Einige sprechen davon, dass ein Penny-Board ein ganzes Auto halten kann, darum ist diese „Plastik-Formel“ die sie verwenden so wertvoll. Als sie die „Plastik-Formel“ hatten, kümmerten sie sich um das Design. Er wollte natürlich, dass die Rollen, die Achsen und das Plastik Deck miteinander harmonieren und so gibt es heute ganz viele, lustige Penny Board Designs. Darum hat das Penny-Board vor allem auch bei kleineren Kindern Erfolg. In den letzten Jahren wurde es zum Must-Have, vor allem im Sommer. Es können auch einige Tricks auf einem Penny-Board ausgeführt werden, wie z.B. der „Ollie“. (4)

Art eines Penny Boards
Art eines Penny Boards

Technik

 

Zuerst muss beachtet werden, dass das Board für einen Anfänger eingestellt ist. D.h., es wird ein relativ flaches Board mit guter Führung bzw. Achsen benötigt. Als zweiter Punkt gilt, es müssen Skateschuhe getragen werden (z.B. von Vans), da eine flache Sohle auf dem Board zusätzlichen Halt verleiht. Es kann natürlich anfangs auch ein Schutzhelm und ähnliche Schutzausrüstung getragen werden, was den Look aber nicht speziell verschönert. Am Anfang ist es am leichtesten auf einem flachen Boden die ersten Skate-Versuche zu unternehmen.

  1.      Nun zur Technik. Am Anfang sollten nicht gerade die schwierigsten Tricks ausprobiert werden, es muss mit einfacheren Übungen begonnen werden. Zuerst muss klar sein, ob man den rechten oder linken Fuss vorne hat. Wenn z.B. der rechte Fuss vorne ist, wird dieser hinter den rechten Fuss gestellt. Der rechte Fuss wird dann beschleunigt und der linke Fuss steuert. Beim linken Fuss vorne ist es genau umgekehrt. Anschliessend probiert der angehende Skater langsam auf das Board zu stehen, ohne herunter zu fallen.
  2.      Als nächster Schritt sollte der Skater den vorderen Fuss platzieren und auf einem flachen Boden, mit dem angebenden Fuss einen langen, langsamen Schritt machen und dabei schauen, dass das Gleichgewicht behalten wird. Damit die perfekte und sicherste Position auf dem Brett gefunden wird, sollte der vordere Fuss hinter der vorderen Achsenschraube platziert werden und der hintere Fuss am Ende des Boards sein. 

Nun kann beliebig das Gewicht verlagert werden, um eine Kurve fahren. Dies sind die Basics, welche gebraucht werden, um nicht gleich beim ersten Versuch umzufallen.

Hier ein Video, welches den "Ollie-Trick" genau aufzeigt. Es ist einer der Basic Tricks für das Skateboarding, welcher als aller erstes gelernt werden sollte, da er die Grundlage für alles weitere ist.

Orte

 

In der Schweiz gibt es sehr viele Orte, wo geskatet werden kann. Es gibt Skateparks und an verschiedenen Standorten grosse Freizeithallen, die einen Skatepark, sowie weitere Sportaktivitäten beinhalten, wie z.B. das BMX-Fahren.

 

Basel

In der Nähe des Bahnhofes, auf der Gundeldingerseite, gibt es den "Purple Skatepark". Dieser wurde in den letzten Jahren umgebaut und erscheint nun in neuer Frische. Es gibt eine kleine Half-Pipe, verschiedene Quaters und erhöhte Geländer. In diesem Park traf ich auch mein Fotomodell für die Skateboard Fotos. Ich kenne diesen Park schon länger, da meine Freundin, welche auch skatet, immer wieder dort ist und ich sie manchmal im Park treffe.

 

Ein anderer Skatepark befindet sich ein am Wettsteinplatz. Dieser ist kein „geschlossener“ Skatepark wie im Gundeldinger Quartier. Er verfügt jedoch über einige Quaters, Obsticles und Stanges.

 

Wenige Minuten entfernt vom diesem Skatepark gibt es im Breite-Quartier eine Skaterrampe und ein Obsticle. Unter der Dreirosenbrücke, im Kleinbasel, gibt es verschiedene Quaters, Stanges und Obsticles.

 

Weiter entlang des Rheinufers am Kleinhüninger-Hafen kommt man zu "Portland". Dies wurde 2012 während einiger Monate eigens von Skatern erstellt. Es ist eine Skaterbowl mit verschiedenen Bowls und Obsticles. Seit seiner Eröffnung wird er von vielen Skatern rege benützt.

 

Einige Meter weiter befindet sich die "Trendsporthalle". An diesem Standort war früher das alte Pumpwerk, wo 2016 jedoch daraus die Trendsporthalle entstanden ist. Die Trendsporthalle ist eine Indoorskating Halle, in welcher sich auch verschiedene Bowls und Quaters befinden. Es wird auch BMX und Trotti gefahren. Die Ausrüstungen für alle diese Sportarten können gemietet werden.

Wie man sieht existiert in Basel eine relativ grosse Skateszene. Neben den vielen Skatemöglichkeiten in Parkanlagen, gibt es auch die Street-Skateboarder, welche auf der Strasse skaten und private Geländer, etc. benützen. Dies ist jedoch strafbar.

Laax

In Laax gibt es die erste Freestyle Indoor Base Europas. Diese ist 1200 Quadratmeter gross. Im Innern gibt es Trampolins, Skaterramps und ein Bag Jump, ein grosses, weiches Kissen, auf den kann mit einem BMX, Snowboard, Skiern, Skateboard und Bikes gesprungen werden. Die Landung ist dementsprechend weich.

 

 

Zürich

In Zürich gibt es mehrere Skaterparks. Ein grosser in der Nähe der Sihlcity und einer beim Bahnhof. In Altstetten gibt es mehr als drei Parks.

 

Bern

In Bern gibt es den Skatepark in der Innenstadt und den Skaterpark Weyerli in der Nähe des Europaplatzes.

 

Viele weitere Skater-Parks, Pipes, Obsticles und Quaters sind auch in anderen Schweizer Städten vorhanden. Informiert Euch auf dem Internet.

Freestyle Academy in Laax
Freestyle Academy in Laax

Meine persönlichen Erfahrungen

 

Das erste Mal stand ich auf dem Skateboard meines Vaters. Ich war noch ein kleines Kind und bewunderte diese Sportart. Mein Interesse war riesengross und ich wollte sie unbedingt erlernen. Bei meinen ersten Versuchen auf dem alten Board meines Vaters bemerkte ich bald, dass sich die Rollen nicht so schnell drehten, wie andere. Das Board war ja auch aus den 70er Jahren! Es vergingen einige Jahre bis ich letztes Jahr in Mimizan in Frankreich in einem Surfcamp war. Dort konnte ich, wann ich wollte, ein Skateboard ausleihen. Es gab ganz lange, die ca. 1 1/2 m lang waren. Ich lieh mir ein mittleres Longboard, mit welchem ich die Strassen hinauf und hinunter flitzte.

Die Fotos der Skatesession nahm ich mit meiner Freundin zusammen, im Skatepark im Gundelinger-Quartier auf. Es war ein warmer Sommer-Abend, die Sonne ging langsam unter. Viele junge Skaters waren am skaten. Meine Freundin übte ihre Tricks. Die anderen beschäftigten sich mit den Quaters, der Pipe und den vielen weiteren Skategeländern, Handrails und Stange genannt. Sie flitzten darüber, drehten sich in der Luft, kamen wieder auf den Boden auf oder vielen um, auf die Knie, standen wieder auf und skateten weiter. Vom Kollegen meiner Freundin konnte ich viele hervorragende Fotos machen. Er skatet schon sehr lange. Auch in der Half-Pipe schlug er sich hervorragend. Er skatete von links, nach rechts und wieder zurück, blieb am oberen Rand der Pipe kurz stehen und skatete wieder auf die andere Seite. Ich fotografierte fasziniert und hoffte natürlich, dass er nicht umfallen würde. 

Caryl in der Halfpipe

Ich schaltete die Kamera auf Serienbilder. So entstanden richtig tolle Bildabläufe. Meine Freundin und ich waren begeistert. Der Sonnenuntergang verschönerte die ganze Szenerie zusätzlich. Ich fotografierte ca. eine Stunde lang. Einige Skater verliessen in dieser Zeit den Skatepark, da sie noch andere Freunde am Wettsteinplatz trafen, um dort weiter zu skaten. Was mir auffiel war, dass viele Jungs aus der ganzen Stadt da waren. Mehrheitlich kommen sie schon aus dem Gundelinger-Quartier, aber man trifft sich immer wieder an anderen Plätzen in der Stadt. Meine Freundin geht auch manchmal an den Wettsteinplatz oder dann zu Portland, was ich selber nicht so gut kenne. Dieses Mal war es für mich im Gundeldinger-Skatpark besonders interessant. Ich konnte die verschiedenen Schritte eines Skateboard Tricks erkennen und fotografieren. Dies bewundere ich sehr, da bei einem Trick jede Zehe genau sitzen muss, damit man nicht umfällt. So verbrachte ich den Sonntagabend im Skatepark, was ich wahrscheinlich bald wieder einmal machen werde.

Caryl am skaten 

Hier noch ein kleines Skateboard Video von Gravity Kings 

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